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Chaos, bitte! Wie Spielen die Entwicklung fördert – KITAnGO

Studie: Psychologin rät Eltern zu Gelassenheit bei unaufgeräumten Kinderzimmern

(djd). In Kinderzimmern prallen immer wieder höchst unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Hier die ordnungsliebenden Eltern, die alles an einem festen Platz wissen wollen. Dort die Kinder, die sich aufs Spielen konzentrieren und die Welt um sich herum vollkommen vergessen. „Das Kinderzimmer muss aufgeräumt sein“, dieses Leitmotiv haben viele Eltern stark verinnerlicht. Kinder brauchen aber auch mal kreatives Chaos, um sich entwickeln zu können. Zudem haben sie von „Ordnung“ eine ganz andere Vorstellung als Erwachsene. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Studie zum Spielverhalten, die das Marktforschungsinstitut rheingold salon im Auftrag der LEGO GmbH durchgeführt hat.

 

Raum zum Spielen geben

Ein Turm aus Spielzeug dominiert das Kinderzimmer, LEGO Steine liegen auf dem Boden herum, Klamotten stapeln sich vor dem Bett. Dieses scheinbare Chaos hat für Kinder einen echten Sinn, erklärt Diplom-Psychologin Ines Imdahl, rheingold salon CEO und selbst Mutter von vier Kindern. „Eltern merken oft nicht, dass sie mit dem Wunsch, die eigene Ordnung durchzusetzen, das versunkene Spiel der Kinder stören. Diese Versunkenheit ist für Kinder aber sehr wichtig.“ Kids wollen ihr Spiel nicht immer gleich zerstören, indem sie aufräumen – denn sie sind stolz auf das, was sie gebaut haben, berichtet die Expertin über die Studienresultate: „Nicht selten hatten die Kinder, die wir befragt haben, verlernt, richtig vertieft und konzentriert zu spielen. Warum? Weil sie beim Spielen oft unterbrochen wurden.“ Ihre Empfehlung: Störungen des Spiels sollten Eltern so weit wie möglich vermeiden und ihren Kindern stattdessen die Möglichkeit geben, ein natürliches Ende des Spielens zu finden – selbst wenn das Zimmer mal unaufgeräumt bleibt.

 

Aufräumen ja – aber viel seltener

Die Studie zeigt zudem feine, aber entscheidende Geschlechter-Unterschiede bei der Erziehung: Generell werden Mädchen unbewusst mehr zum Aufräumen angehalten. Das gilt vor allem, wenn es sich um Gebautes wie LEGO Modelle handelt. Während Jungs ihre Kreationen häufig stehen lassen dürfen, erwarten die Eltern von Mädchen viel eher ein aufgeräumtes Zimmer. „Ständige Unterbrechungen und das Zerstören-Müssen des Gebauten lassen sie daran zweifeln, genauso gut bauen zu können wie Jungs“, erklärt Ines Imdahl. Fähigkeiten, die beim Bauen geschult werden, beispielsweise Motorik oder räumliches Denken, werden so weniger gefördert. Interessant: Je jünger die Mädchen waren und je seltener sie bisher unterbrochen wurden, desto größer war ihre Zuversicht, auch bauen zu können. Für die Expertin ist eine wesentliche Quintessenz der Studie: „Aufräumen ja, aber viel, viel seltener, als wir Erwachsene es vielleicht gerne hätten.“

 

Hier eine kleine Auswahl, die sich in der Praxis sehr gut bewährt hat:

                       



Kids brauchen ihre Zeit

Eltern sind manchmal zu ungeduldig und bauen aus falsch verstandener Hilfe etwa Lego Sets komplett für die Kinder auf. „Kinder müssen ihr eigenes Bau- und Lerntempo finden. Sie greifen Angefangenes vielleicht am nächsten Tag wieder auf – wenn die Eltern es nicht vorher wegräumen und wieder in die Einzelteile zerlegen“, berichtet Diplom-Psychologin Ines Imdahl. Stattdessen sollten Eltern motivieren und es Kindern ermöglichen, komplett im Spiel zu versinken. „Das können sie, indem sie Raum für diese Versunkenheit schaffen“, sagt die Expertin. Auf diese Weise könnten sie die Entwicklung der Kinder enorm unterstützen.

 

 

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BU: Spielen fördert die Kreativität – und etwas gesundes Chaos gehört auch dazu. Experten raten Eltern daher zu etwas mehr Gelassenheit beim Aufräumen.
Fotos: djd/LEGO Gruppe

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