0 - 3 Jahre, 3 - 6 Jahre, Bildung, Entwicklung

Die kindliche Malentwicklung: 1. bis 6. Lebensjahr – KITAnGO

Warum ist malen so wichtig?

Die ersten Kritzeleien von Kindern ergeben für den Erwachsenen optisch nicht viel Sinn. Man erkennt keine Gegenstände oder gar andere Personen darin, doch das ist auch nicht Sinn der Sache. Viel wichtiger ist der Entwicklungsprozess, der während des Entstehens eines solchen Kunstwerks passiert. Das wüste Kritzeln von Bildern und Mustern hilft Kindern, den Zusammenhang zwischen Augen- und Handbewegung zu koordinieren und zu trainieren. Außerdem werden zeitgleich verschiedene Hirnareale miteinander vernetzt. Dieser Lern- und Vernetzungsprozess wird über die Jahre fortgesetzt, weiterentwickelt und mit zunehmendem Alter verfeinert. Somit wird der Grundbaustein für das spätere Schreiben, bzw. die Schrift, gelegt.

 

Wann beginnen die ersten Malversuche?

Ab dem 12. bis 14. Monat verfügen Kinder über die motorische Fähigkeit, einen Stift mit der Faust zu halten und ihn hin und her zuschieben. Dabei geht die Bewegung aus dem Arm heraus. Mit zunehmendem Alter nimmt die Grobmotorik ab und die Feinmotorik zu. Dann malen Kinder aus dem Handgelenk heraus.

Wenn Kinder am Malen kein Interesse zeigen, können kleine Anreize helfen, die Lust darauf zu wecken. Eine gute Methode sind Ausmalbilder. Interessante Formen und Motive mit vielen freien Flächen verleiten dazu ausgemalt zu werden. Ausmalbilder haben zudem den Vorteil, dass sie schon von den Kleinsten nach Lust und Laune bemalt werden können. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

BU: „Klick“ auf das Bild, um die Medien-Datei zu öffnen und das Rätsel auszudrucken!

 

Warum sollte das Malen gefördert werden?

Den ganzen Tag über prasseln viele Erlebnisse auf Kinder ein, wie neue Erfahrungen und bekannte Wiederholungen. Um diese Eindrücke zu verarbeiten, brauchen Kinder eine Ausdrucksform – und malen ist eine davon. Das Malen gibt ihnen die Möglichkeit, die eigenen Gedanken zu sortieren und zu Papier zu bringen. Die Unordnung auf dem Blatt, schafft die Ordnung im Kopf. Zudem schult malen das eigene Körperempfinden der Kinder und die individuelle Wahrnehmung. Kinder können Erlebnisse nach ihrem eigenen Empfinden abbilden und verinnerlichen.

 

Wie entwickelt sich das kindliche Malen?

  • ab 0,5 Jahren: Spurschmieren mit Händen und Füßen
  • ab 1 Jahr: Stift in der Hand (im Faustgriff) halten, erste grobe Kritzeleien
  • ab 1,5 Jahren: Bewegung aus der Schulter, Kritzeleien sind immer noch grob
  • ab 2 Jahren: erste Kreise und Farbmalereien, Versuche mit verschiedenen Farben
  • ab 2,5 Jahren: Zeichnungen werden benannt bzw. kommentiert
  • ab 3 Jahren: Linien und Kreise können teils mit freier Hand gezeichnet werden
  • ab 3,5 Jahren: Stift kann sicher in der Schreibposition gehalten werden
  • ab 4 Jahren: verschiedene Symbole und Formen können gezielt gemalt werden
  • ab 4,5 Jahren: Bewegung aus dem Handgelenk, Kritzeleien ähneln Buchstaben
  • ab 5 Jahren: Personen und Dinge werden detaillierter, erste Buchstaben folgen
  • ab 5,5 Jahren: Namen und andere Wörter können nachgeschrieben werden
  • ab 6 Jahren: Stifthaltung ist sicher, Feinmotorik in den Fingern nimmt zu

 

Achtung: Die Altersangaben sind lediglich grobe Richtwerte. Die Entwicklung der Kinder kann daher meist um einige Wochen oder gar Monate abweichen. Manche Kinder können gewissen Schritte wiederholen oder einige davon überspringen. Sollten Fragen zur Entwicklung aufkommen, ist ein ärztlicher Rat der beste und sicherste Weg.

 

Wie kann das Malen gefördert werden?

Am effektivsten lässt sich das malen fördern, indem Eltern darauf achten, dass ausreichend Stifte und Papier griffbereit liegen. Für den Anfang eignen sich Wachsmalstifte besonders gut, da sie weich und abgerundet sind. Eine gute Malunterlage stellt sicher, dass Tische und Fußböden nicht darunter leiden. Alle Kinder ab 3 Jahren malen auch hiermit toll: Zauberzeichner Maltafeln.

 

5 Tipps zur Förderung des Malens:

  1. die richtige Atmosphäre: einen Maltisch nur für das Kind herrichten, in einem ruhigen Raum, in dem es sich wohl fühlt
  2. eine Vielfalt an Materialien: unterschiedliche Stifte und Malwerkzeuge, sowie Blätter und Papiere bereitlegen, um sich ausprobieren zu können
  3. keine Belehrungen: über das Gemalte reden ist erlaubt, ob das Wasser blau oder orange ist, hat jedoch keine Rolle zu spielen
  4. keine Vorgaben: dem Kind die Freiheit lassen, kreativ zu werden, sich auszuprobieren und das zu malen, worauf es Lust hat
  5. Mitmalen ist erwünscht: mitzumalen und selbst kreativ tätig zu werden, animiert das Kind dazu, es ebenfalls zu tun

 

Generell sollten sich Eltern in die Malerei und Kritzelei der Kinder nicht einmischen, da der Nachwuchs sonst die Lust daran verliert. Das bedeutet jedoch nicht, dass Eltern nicht nachfragen oder nebenbei mitmachen dürfen. Es gilt: Fragen – ja, bewerten – nein!

 

Das Ausmalbild im Original – der TITAN von Lena:

 

 

Foto: Pixabay.com

About the author

Related Posts

Leave a Reply

Leave a Reply