„Ich bin anders und ich liebe es!“ – Eine unterschiedliche Hautfarbe, eine andere Frisur oder eine Brille tragen – schon im Kindergartenalter merken Kinder, dass sie sich von einander unterscheiden. Die einen mehr, die anderen weniger. Doch wie bringt man Kindern bei, dass es gerade die Unterschiede sind, die einen individuell, wundervoll und einzigartig machen?

Bücher sind grundsätzlich ein gutes Medium, um mit Kindern ein Gespräch zu beginnen und in einen gemeinsamen Dialog zu starten. Das Vorlesen und Philosophieren über aktuelle Themen öffnet die kindliche Seele und lässt wertvolle Einblicke zu. Vor allem wenn es um das anders sein geht, ist ein Zugang zum Kind besonders wichtig, denn dies ist ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Darüber zu reden, lässt Kinder ihre Ängste, Wünsche und Sehnsüchte leichter verarbeiten.

Ein Buch, dass sich mit der Einzigartigkeit und den Unterschieden von Individuen befasst und sich somit besonders gut zum Vorlesen und Philosophieren eignet, ist „Ein klein wenig anders“ von Loewe Verlag.

 

Kurzinfos

Titel:  Ein klein wenig anders

Autorin:  Claire Alexander

Verlag:  Loewe Verlag

Lieferumfang:  32 Seiten; Hardcover

Empfehlung:  für Kinder ab 4 Jahren 

 

Inhalt

„Ein klein wenig anders“ ist ein illustriertes Kinderbuch, das aus 32 Seiten besteht. Die Illustrationen sind bunt und dennoch dezent gestaltet, sodass man sich auf das eigentliche Thema des Buches konzentrieren kann.
Das Buch handelt zum einen von Individualität, Einzigartigkeit und Selbstvertrauen und zum anderen von Unterschieden und der notwendigen Toleranz, die diese mit sich bringen.

 

Die Handlung des Buches ist äußerst verständlich aufgebaut. Es geht um kleine graue Geschöpfe, die Plufer. Sie pusten zeitgleich gemeinsam graue Wolken in die Luft – bis auf einen einzigen Plufer. Denn bei ihm kommt eine bunte Wolke zum Vorschein. Das ist aber allen anderen nicht wirklich geheuer und somit kehren sie ihm den Rücken zu. Was der kleine Plufer zunächst einmal so toll an sich fand, beginnt nun direkte Zweifel in ihm zu schüren.

 

Pädagogische Beurteilung

Das Buch behandelt gleich mehrere tiefgründige Themen, die für Kinder eine besonders große Rolle spielen. Unter anderem geht es hier um die Individualität des Menschen und dessen Unterschiede. Damit verbunden ist die Akzeptanz und Toleranz dieser. All diese Punkte sind wichtige Teile der eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Weiter ausholend wird hier außerdem das Thema Inklusion (hier als gleichberechtigte Teilhabe) aufgegriffen.

 

Um die restliche Handlung nicht vorwegzunehmen, kommen wir zum didaktischen Ansatz. Positiv fällt auf, dass die Illustrationen des Buches recht dezent und liebevoll gehalten sind. Dies richtet die Auf-merksamkeit vermehrt auf die Handlung und lenkt Kinder somit beim Vorlesen bzw. Philosophieren nicht unnötig vom eigentlichen Inhalt ab. Die Mimiken und Gestiken der Charaktere unterstützen Kinder in ihren emphatischen Fähigkeiten.

 

Das Buch ist für Kinder ab ca. 4 Jahren gut geeignet. Optimaler Weise können sich Eltern bzw. pädagogische Fachkräfte gemeinsam mit Kindern das Buch anschauen, um aktiver und individueller auf die inhaltlichen Kernthemen eingehen zu können. Tipp: Durch beispielsweise Fragestellungen können zusätzlich viele weitere Gesprächsanlässe geschaffen werden, die man auf eine kindgerechte Art und Weise gemeinsam besprechen kann.

 

Fazit

„Ein klein wenig anders“ ist ein sehr liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das sich äußerst wichtigen Themen widmet. Hier geht es unter anderem um Individualität, Selbstvertrauen und Unterschiede. Außerdem behandelt das Buch die Akzeptanz und Toleranz des „anders seins“, sowie den Umgang damit. Alles in allem ist es ein sehr gut gelungenes Buch, dass Kindern einen pädagogisch sinnvollen Zugang bietet und sich zum Vorlesen und gemeinsamen Philosophieren prima eignet!

 

Claire Alexander; „Ein klein wenig anders“