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KitaPlus: Kinderbetreuung außerhalb der Randzeiten – KITAnGO

Der Begriff „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ ist heutzutage in aller Munde. Viele Konzepte versprechen eine gesunde Work-Life-Balance, in der weder Job noch Kinder und Partner zu kurz kommen – doch in der Realität sieht das ganz anders aus. Alles unter ein Dach zu bekommen ist für viele Eltern ein wahres Kunststück. Und allem gerecht zu werden erst recht!

 

Verlängerte Öffnungszeiten reichen nicht aus!

Um Eltern zu entlasten haben viele Einrichtungen ihre Öffnungszeiten verlängert. In der Praxis bedeutet das konkret, dass diese meist 1 Stunde früher öffnen und 1 Stunde später schließen. Dadurch haben Eltern zwar einen größeren Spielraum bei der Bring- und Abholzeit ihres Kindes, wirklich flexibel ist die Lösung jedoch nicht. Eltern die beispielsweise an Wochenenden, Feiertagen oder im Schichtdienst arbeiten fehlt dennoch eine Betreuungsmöglichkeiten für den Nachwuchs. Vor allem Alleinerziehende trifft der Mangel an Angeboten stark und erschwert die Erwerbstätigkeit oder macht sie gar unmöglich.

 

Bundesprogramm „KitaPlus“ – Was steck dahinter?

Um Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, wurde das vom BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) geförderte Bundesprogramm „KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“ konzipiert. Im Mittelpunkt stehen nach wie vor die Öffnungszeiten der Kitas – jedoch nicht wie im Normalfall verlängert sondern am Bedarf der Eltern orientiert. Kinder können also zu „ungewöhnlichen Zeiten“ in Einrichtung betreut werden.

 

Welche Zeiten sind „ungewöhnlichen Zeiten“?

Zu den ungewöhnlichen Zeiten zählen flexible Öffnungszeiten, die außerhalb des Regelbetriebs sind. Dazu gehören nicht nur zusätzlich Verlängerte Randzeiten einer Kita, sondern auch die Ausdehnung auf Wochenenden und Feiertage sowie Nachtbetreuung. Erst wenn diese Kriterien erfüllt werden, kann von einer bedarfsgerechten Unterstützung der Eltern die Rede sein.

 

Wie wird „KitaPlus“ in der Praxis umgesetzt?

Um das Programm umsetzen zu können stellt die Bundesregierung 100 Millionen Euro zur Verfügung. Kitas können mit bis zu 200.000 Euro jährlich unterstützt werden. Gefördert werden auch anfallende Zusatzausgaben wie die Erweiterung der Einrichtungsausstattung, zusätzliche Sachkosten und Kosten für Qualifizierungen. Darüber hinaus finden Investitionen für Projektberater statt. Diese begleiten die Einrichtungen während des gesamten Projekts und stehen den Kitas bei der konzeptionellen Arbeit zur Seite.

Mehr Informationen gibt es beim BMFSFJ und auf fruehe-chancen.de!

 

Neue Risiken vs. neue Chancen

Durch flexiblere Betreuungszeiten haben Alleinerziehende die Möglichkeit zurück in die Erwerbstätigkeit zu finden. Eltern aus Pflege-, Arztberufen, der Gastronomie etc. können dann ebenfalls ihrer Arbeit gerecht nachgehen und auch Berufspendler werden entlastet.

 

Eine bedarfsgerechte Ausdehnung der Öffnungszeiten soll jedoch nicht bedeuten, dass Kinder länger betreut werden, sondern dass Kinder lediglich zu anderen Zeiten betreut werden!

 

 

Foto: photo credit: Kids‘ Work Chicago Daycare via photopin (license)

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