Trotzphase: Kinder bewusst begleiten – KITAnGO

Wenn Kinder anfangen zu trotzen, können Erwachsene ihnen nichts mehr Recht machen. Ob argumentieren, diskutieren oder maßregeln – es scheint einfach nichts zu helfen. Meist stehen Eltern und andere Bezugspersonen ratlos da, wissen nicht wie sie auf das Kind eingehen sollen und sind maßlos überfordert. Gefühle des Versagens und der Hilflosigkeit kommen hoch. Ob es anderen Eltern mit ihren Kindern auch so geht? Oder liegt das an der eigenen, vermutlich “schlechten” Erziehung? Fragen über Fragen, die einen innerlich zermürben.

 

Keep it cool

Wenn das Kind aus der Reihe tanzt, ist das noch lange kein Zeichen schlechter Erziehung. Fakt ist, dass jedes Kind im Alter zwischen 2-4 Jahren die Trotzphase durchläuft. Diese ist ein wichtiger Teil der individuellen Persönlichkeitsbildung. Einem Großteil der Eltern ergeht es ähnlich in dieser Zeit. Um das Kind einfühlsam durch diese Phase zu begleiten, sollten Erwachsene immer 2 Aspekte im Kopf haben:

1. Das Trotzverhalten des Kindes geht nicht gegen sie als Person, sondern ist lediglich das Streben des Kindes nach Autonomie und Selbstbestimmung.

2. Durch Selbstkontrolle einen kühlen Kopf bewahren, denn der Wutausbruch ist mit einem Gewitter zu vergleichen: zieht schnell auf, aber auch wieder ab!

 

7 Tipps  für den Umgang mit einem Trotzanfall

  • Ruhe bewahren: Schreien, schimpfen und wütend sein hilft niemandem weiter. Das Zauberwort heißt Geduld.
  • Anfall abwarten: Auf das Kind einreden, während es trotzt, ist nutzlos. Deshalb warten, bis es sich beruhigt hat.
  • Nicht festhalten: Will das Kind keinen Körperkontakt, darf dieser auch nicht von Außen erzwungen werden.
  • Verletzungen vermeiden: Gegenstände (Möbel, Spielsachen, etc,) die im Weg liegen, sollten weggeräumt werden.
  • Kompromisse eingehen: Das Kind hat auch ein Recht auf eine eigene Meinung. Abmachungen treffen bringt beide weiter.
  • Konsequent bleiben: Wenn es um Grundregeln geht, müssen diese standhaft eingehalten werden. Nachgeben ist verboten!
  • Keine Drohungen: Drohungen führen zu nichts. Sie verängstigen das Kind, mindern das Selbstwertgefühl und schaffen Distanz.

 

Anstehende Wutanfälle können zum Teil frühzeitig verhindert werden. Beobachtet man das Kind, können Eltern bestimmte Ursachen, die bisher zu einem Trotzanfall geführt haben, geschickt umgehen.

 

3 Tipps  um Trotzanfälle zu begrenzen

  • Hunger: Ein leerer Magen wirkt sich stark auf das Gemüt des Kindes aus. Regelmäßige Portionen (z.B. Obst und Rohkost) über den Tag verteilt reduzieren Hunger und Wutausbrüche.
  • Überforderung: Zu viel Entscheidungsgewalt beim Essen und Spielen überfordert das Kind. Eingeschränkte Auswahlmöglichkeiten schränken auch die Anzahl der Trotzmöglichkeiten ein.
  • Müdigkeit: Viele Trotzanfälle passieren abends, wenn das Kind müde ist. Ein festes Abendrituale und ausreichender Schlaf befreien den Kopf von Reizen und beugen Anfällen vor.

 

Feste Regeln und aufgezeigte Grenzen helfen dem Kind, da sie einen Rahmen der Sicherheit schaffen. Einmal aufgesetzt müssen sich Eltern und Kind daran halten. Gibt man einmal nach, weiß das Kind, wie sich der eigene Wille ertrotzen lässt und der nächste Anfall wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

 

buchtipp-kitango
Petra Straßmeir; „Die Trotzphase“

 

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Foto: photo credit: donnierayjones Milly Needs Mommy via photopin (license)

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