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Vereinbarkeit von Beruf & Familie: Der alltägliche Wahnsinn?! – KITAnGO

Gestern noch im Krankenhaus entbunden, heute wieder im adretten Outfit zur Arbeit. Was sich so überspitzt anhört wird für immer mehr Familien, insbesondere Frauen, zur Realität. Mehr denn je ist die Flexibilität und 24/7-Verfügbarkeit gefragt – aber was ist mit den Kindern? Die müssen warten!

Ob in der Krippe, im Kindergarten oder bei zusätzlichen Nachmittagskursen. Jede Minute wird akribisch durchgeplant, jede Sekunde verplant. Das stresst nicht nur Eltern, sondern auch den Nachwuchs. Doch was passiert, wenn etwas unvorhergesehenes wie Halsschmerzen, Fieber oder Durchfall eintreten? Wenn das Kind eben nicht funktioniert, wie es zu funktionieren hat?

 

Der alltägliche Wahnsinn oder doch „nur“ eine Frage der Organisation?

Der Druck ist hoch und steigt immer weiter an. Arbeitgeber verlangen immer mehr Engagement, Flexibilität und Abrufbereitschaft – zu jeder Zeit an jedem Ort. 150% Einsatz geben, hinzu kommt noch mit dem Kopf immer bei der Sache zu sein. Eigene Gefühle, Befindlichkeiten und Interessen müssen ganz hinten anstehen. Ebenso wie der Lebenspartner, die Kinder und das Familienleben. Dafür bleibt nun mal keine Zeit.

Selbstverständlich muss der Alltag organisiert werden. Doch eine gut durchdachte Organisation reicht nicht aus. Sie stellt lediglich sicher, dass Kind und Kegel während der Arbeitszeit versorgt sind. Sie ermöglicht jedoch nicht, für den Nachwuchs präsent zu sein, wenn dieser die Eltern braucht. Sie ermöglicht auch nicht, wichtige Entwicklungsschritte mitzuerleben und aktiv zu begleiten. Und Sie ermöglicht erst recht nicht, langfristig eine umfassende persönliche Verantwortung für das Kind wahrzunehmen.

 

„Wer will, der kann auch!“ – Doch will man das überhaupt?

Natürlich kann man sich Tag für Tag unkaputtbar zeigen, sich in den Kampf begeben und durchpowern. Sich dem Stress und Druck aussetzen und versuchen, noch mehr Leistung abzurufen. Doch zu welchem Preis?

Vielleicht sollte jeder für sich einen Schritt zur Seite treten und Status quo reflektieren?! Dann würde man erkennen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein individuelles Problem ist und, das entweder die Familie oder der Beruf, auf der Strecke bleiben. Nicht die Organisation allein ist das Problem, sondern vielmehr die Umstände.

Nur wenn Maßnahmen erarbeitet werden, die ein positives Verhältnis zwischen Familie und Beruf nachhaltig verankern, können das Privatleben und auch das eigene Wohl entlastet werden. Maßnahmen, die der Gesellschaft und den Unternehmen suggerieren, dass auch Baby- bzw. Familienpausen die Erwerbsarbeit nicht negativ beeinflussen dürfen. Dass es diese Phasen der Pausen nicht abzuwerten, sondern vielmehr zu akzeptieren und unterstützen gilt!

 

 

Foto: Pixabay

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2 Comments

  • Daniela 22. September 2016 at 6:59

    Insgesamt d’accord, aber mich würde schon interessieren, welches denn die Maßnahmen sind, die da erarbeitet werden sollten. Analysen dieser schwierigen Situationen gibt es zu Hauf – aber wer zeigt auf, wie`s geht?

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    • Julia 23. September 2016 at 12:04

      Hallo Daniela,
      vielen Dank für Dein Kommentar!
      Die Gesellschaft an sich sollte stärker sensibiliesiert werden für eine „On-off-Biografie“. Was die Maßnahmen angeht, sind diese stark betriebsabhängig. Es liegt am Unternehmen sich damit auseinanderzusetzen. Je nach Art, Größe, Standort, etc. des Unternehmens gilt erst den Status quo festzustellen, wo genau die „Problemzonen“ liegen, um genau dort anzusetzen. Erst dann können Ziele gesetzt und Rahmenvereinbarungen getroffen werden, die eben durch individuell(!!) definierte Maßnahmen umgesetzt werden.

      Es gibt verschiedene Dienstleister, die sich mit diesem Thema auseinander setzen. Durch Bedarfsanalysen, Audits etc. wird in den Unternehmen praxisnah angesetzt und Umsetzungsstrategien erarbeitet. Diese werden auch professionell über Jahre angeleitet. Ich selbst habe das bei einem Träger ebenfalls miterlebt und festgestellt: Wo wirklich ein Wille des Unternehmens ist, da ist auch definitiv ein Weg.
      Leider tendieren viele Firmen eher dahin gehend, den einfacheren und günstigeren Weg zu gehen und wo das endet? Bei Berichten über diese „schwierigen Situationen“ eben 🙂

      Liebe Grüße
      Julia

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